Bücher · Romane

Das Geheimnis Rezension ]

Erscheinungsdatum: 25. Oktober 2021
ISBN: 9783- 3328601968
Autor : Ellen Sandberg
Verlag: Penguin Verlag
Format: Gebunden / 20€
Seiten: 432


 

„Das Geheimnis“ ist der neueste Roman von Ellen Sandberg, deren Vorgänger sich allesamt in meinem Bücherregal wieder finden. Daher sind meine Erwartungen entsprechend hoch gewesen. Die Vorgänger konnten mich allesamt packen und begeistern.

Die Autorin ist Ihrem Stil treu geblieben, denn auch mit “Das Geheimnis” hat sie wieder einen packenden Familienroman geschrieben, der verschiedene Erzähl-Ebenen miteinander verbindet . Die Handlung umfasst den Zeitraum 1945 bis 2020. Die Protagonistin Ulla, begibt sich mit Ihren 60 Jahren eher unfreiwillig auf die Suche nach den Geheimnissen Ihrer eigenen Familie. Während sie zunächst nur für einige Tage im kleinen Häusle Ihrer Mutter am Chiemsee verbringt, in dem Ihre Mutter in den 70 er Jahren Teil einer Hippie-Kommune gewesen ist, taucht sie nicht nur in Ihre eigene Vergangenheit ein, sondern auch in da Leben Ihrer Mutter. Das Verhältnis der beiden ist von jeher schwierig gewesen, doch nach und nach beginnt Ulla zu verstehen, wieso alles so kommen musste wie es kam.

Mit dem Einstieg in das Buch habe ich mich schwer getan. Die Personen bleiben lange Zeit zu blass für meinen Geschmack. Ich denke hier geht es mir als Leser ähnlich wie der Protagonistin Ulla. Unwissenheit, Geheimnisse und Schuldzuweisungen in der Vergangenheit führen dazu, dass man vor einem verworrenen Geflecht steht, welches es zu entwirren gilt. Die Zentralen Themen Schuld und Vergebung finde ich jedoch alles in allem sehr gut und spannend umgesetzt. Dennoch hat es für meinen Geschmack zu lange gedauert bis ich Zugang zum Buch fand. Vor allem die Zeiten der 60er und 70 er waren nicht nach meinem Geschmack. Das Künstlerleben, das Streben nach Freiheit und die Suche nach dem eigenen individuellen Glück unabhängig von allen gesellschaftlichen Normen – all das konnte mich nicht fesseln. Ganz anders die Geschichte der Flucht und das Leben nach dem Kriegsende. Hier hat die Autorin es wieder geschafft mich abzuholen und mich in den Bann der Geschichte zu ziehen. Auch sprachlich habe ich an dem Roman nichts auszusetzen.

Das Buch war für mich ein einziges auf und ab, an dessen Ende die Auflösung eines wirklich tragischen Familiengeheimnisses steht. Die Charaktere sind allesamt sehr egoistisch dargestellt. Mangelnde Selbstreflektion, die ständige Suche nach der Schuld bei anderen und auch mangelnde Eigenverantwortung sind vor allem die Eigenschaften der hier dargestellten Personen.

Die verschiedenen Handlungsstränge und erzählenden Charaktere haben sich eher negativ auf meinen Lesefluss ausgewirkt. Alls in allen ist Ellen Sandberg zwar ein spannender Familienroman mit einer düsteren und tragischen Atmosphäre gelungen, jedoch konnte mich der Gesamteindruck , anders wie bei den vorherigen Romanen der Autorin, nicht überzeugen. Man kann nicht immer hundert Prozentig den Geschmack der Leser treffen, mir persönlich haben die vorherigen Romane jedoch um Längen besser gefallen.

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