Bücher · Romane

Kinder des Aufbruchs [Rezension]

Erscheinungsdatum: 2. November 2022
ISBN: 9783- 3453292666
Autor : Claire Winter
Verlag: Diana Verlag
Format: Hardcover/22€
Seiten: 560


 

 

Vor fast 1 Jahr las ich bereits „Kinder Ihrer Zeit“ und somit den ersten Roman von Claire Winter für mich. Eine Deutsch – Deutsche Geschichte die mich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. Als ich nun die Fortsetzung entdeckte, konnte ich es kaum erwarten mit dem Lesen der ersten Seiten zu beginnen.

Schauplatz ist diesmal das geteilte Berlin. Emma und Alice haben die DDR hinter sich gelassen, so scheint es. Bis die Vergangenheit die beiden Schwestern völlig unvorbereitet wieder einholt. Doch nicht nur die eigene Vergangenheit spielt in der Fortsetzung eine Rolle. Vor dem Hintergrund der Studentenbewegung zeigt die Autorin hautnah ein Stück deutscher Geschichte. Ehe man sich versieht, findet man sich inmitten der Studentenunruhen Ende der 60er Jahre wieder. Rudi Dutschke und Benno Ohnesorg werden greifbar und noch immer bin ich nach dem Lesen des Romanes fassunglos über diesen Teil der Deutschen Geschichte. Es entsteht ein Sog, dem ich mich als Leser icht mehr entziehen konnte.

So wie es den beiden Hauptfiguren und Schwestern Emma und Alice ergeht, ergeht es mir auch. Claire Winter schafft es in diesem Roman viele verschiedene Facetten der damaligen Generation zu vereinen. Neben der politischen Aufbruchsstimmung , dem Drang nach Veränderung und der Emanzipation der Frau spielen vor allem Alice Selbstzweifel und Selbstvorwürfe nach der Flucht aus der DDR eine zentrale Rolle. Die Facetten werden dabei so glaubwürdig mit den Leben der jungen Schwestern verknüpft, dass meiner Meinung nach ein glaubwürdiges Bild der sozialen und politischen Gegebenheiten der 60er Jahre geschaffen wird.

Die entsprechende Spannung wird durch die Involvierung der beiden deutschen Geheimdienste hervorgerufen. Besonders gut gefallen hat mir hier die neutrale und unparteiische Darstellung der beiden Geheimdienste. Keiner der beiden wurde als „besser“ oder „schlechter“ dargestellt. Vielmehr wird klar, dass beide Geheimdienste mit unmenschlichen Mitteln agierten um Ihre Ziele zu erreichen. Wo in anderen Büchern gerne mal mit dem erhobenen Zeigefinger vor allem auf die negativen Entwicklungen in der DDR gezeigt wird, werden hier ebenso die politischen Misstände der BRD aufgezeigt. Ich habe während des Lesens selber angefangen zu recherchieren und bin immer noch fassungslos über das Schicksal von Benno Ohnesorg und die bis heute nicht erfolgte Aufarbeitung des Falles durch den Deutschen Staat. Eine Schande, wie ich sagen muss.

Als Fazit kann ich sagen, dass Claire Winter eine spannende , authentische Geschichte vor deutsch deutscher Kulisse gelungen ist, die man als Leser nicht mehr aus den Händen legen kann. Man spürt den Zeitgeist, der mich auch schon im ersten Band begeistern konnte. die Autorin schafft es ein reales politisches Bild der 60er Jahre zu zeichnen und dieses in eine fiktive Geschichte einzubetten. So wie ich Romane mit geschichtlichen Background mag. Ich hoffe auf eine Fortsetzung…


WERTUNG

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