Bücher · Romane

Flüchtiges Glück [Rezension]

Erscheinungsdatum: 25. Februar 2022
ISBN: 9783- 3785727935
Autor : Ulla Mothes
Verlag: Lübbe
Format: Paperback /14,99€
Seiten: 480


 

„Flüchtiges Glück“ ist ein vielschichtiger Roman , der am Ende der Nachwendezeit spielt aber dennoch mehrere Generationen umfasst. Dieser Roman steckt voller Emotionen, denn es geht um Familie, Vertrauen und nicht zuletzt um Enttäuschungen: Es geht um das Leben, um das vergangene Leben, ebenso wie um das zukünftige. Ein Buch voller Gegensätze: Licht und Schatten, Vertrauen und Verrat. Familie und Staat.

Die Geschichte von Jola und Raik könnte sich genauso in der ehemaligen DDR zugetragen haben. Beide sind das erste Mal verliebt, ineinander. Doch bevor sich zwischen den beiden mehr als eine zarte Jugendromanze entwickeln kann flieht Jola kurz vor dem Mauerfall mit Ihrer Familie in den Westen. Erst Jahre später treffen sich die beiden in Berlin wieder. Die Liebe entflammt erneut, doch auf schicksalhafte Art und Weise, durch Verrat von Vertrauten werden die beiden getrennt. Erst als Jolas Tochter Milla selber Mutter wird und anfängt nach Ihren eigenen Wurzeln zu suchen wird das ganze Ausmaß der lange zurückliegenden Handlungen einzelner Personen deutlich.

Meistens gehen mir Rezensionen leicht von der Hand. Doch manchmal, so wie im Fall von „Flüchtiges Glück“ schaffe ich es einfach nicht die Gedanken in meinem Kopf zu ordnen. Das passiert immer dann, wenn ein Buch einen tiefen Eindruck bei mir hinterlassen hat. Die Geschichte von Raik und Jola hallt lange in mir nach. Die verlorene Zeit, all die verlorenen Erinnerungen , Emotionen und Geschichten, die es nun nie geben wird. Emotional hat mich die Autorin sehr berührt. Teilweise blieb ich nach dem lesen einzelner Passagen fassungslos und nachdenklich zurück. Der flüssige Schreibstil harmonierte wunderbar mit der emotionsgeladenen Geschichte . So war es mir als Leser möglich mit vollends in die verschiedenen Konstellationen einzufinden und dem Klang der Zeit zu folgen.

Die Charaktere sind sehr authentisch gezeichnet, ebenso wie die Schauplätze. Egal ob die Chemiearbeiter-Stadt Wolfen im Wandel der Zeit, oder die Bundeshauptstadt Berlin, der Klang der Zeit hallt auf fast jeder Seite nach und man fühlt sich teilweise sehr realistisch in die entsprechende Zeit versetzt. Man spürt den Hauch der Zeit . Ohne zunächst die Biografie der Autorin zu kennen wird einem als Leser schnell klar, dass hier jemand weiß wovon er schreibt. Selbst in Brandenburg geboren , stellte die Autorin 1986 einen Ausreiseantrag und lebt heute selber in Berlin.

Mein Fazit: Ulla Mothes ist mit „flüchtiges Glück“ ein emotionsgeladener Roman über Schuld und Sühne, über Verrat und Vertrauen gelungen, der auf eine einzigartige Weise das Gefühl einer ganzen Generation eingefangen hat .Nachdenklich bleibe ich als Leser zurück und frage mich welchen Blick man wohl auf meine Generation und meine Familien einst werfen wird

Meine Meinung bleibt meine eigene. Meine Meinung ist unbezahlt und nicht beeinflussbar. Im Rahmen einer Leserunde von lovelybooks habe ich ein Leseexemplar erhalten.

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