Allgemein · Bücher · Romane

Kinder Ihrer Zeit [Rezension]

Erscheinungsdatum: 27. Juli 2020
ISBN: 9783-453-29195-9
Autor: Claire Winter
Format: Hardcover
Preis: 20€
Seiten : 577


Klappentext

©RandomHouse

Die Zwillinge Emma und Alice werden 1945 auf der Flucht aus Ostpreußen getrennt. Beide glauben, die andere hätte nicht überlebt. Emma wächst in Westberlin auf, Alice in einem Heim in der DDR. Erst zwölf Jahre später finden sie sich überraschend wieder. Durch Alice lernt Emma den Ost-Berliner Physiker Julius Laakmann kennen. Als Julius Zeuge einer Entführung wird, gerät er zwischen die Fronten der Geheimdienste. Dann verschwindet Alice spurlos. Zu spät erkennt Emma, welcher drohenden Gefahr sie und ihre Schwester gegenüberstehen. Währenddessen erreicht der Kalte Krieg einen neuen Höhepunkt – Berlin soll für immer geteilt werden …


Meinung

Im vergangenen Monat entdeckte ich in meiner Buchhandlung um die Ecke ein tolles Themenfenster zu Literatur in und aus Berlin. Auch Claire Winters Roman „Kinder Ihrer Zeit“ entdeckte ich dort wieder , nachdem es mir bereits in der Vorschau des Verlages aufgefallen war.

Die Autorin greift hier die deutsch-deutsche Geschichte auf und schafft es eine spannende Familiengeschichte vor historischer Kulisse zu erzählen.  Historisch bietet der Roman gut recherchierte Hintergründe, von der Flucht Tausender Familien aus Ostpreußen bis hin zur Teilung Deutschlands und damit verbunden nicht nur die Spaltung ganzer Familien, sondern auch die Spaltung einer ganzen Generation.

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Besonders gelungen ist der Autorin die Darstellung der verschiedenen Welten in denen , obwohl teilweise wie in Berlin nur durch wenige Meter getrennt,  eine ganze Generation aufwächst. Während ein Teil der Stadt frei ist , muss der andere Teil mit einer völlig neuen Wertestruktur zurechtkommen. Während die einen sich begeistert in das sozialistische System einfügen, denken andere bereits von Anfang an an Flucht . Die beiden Schwestern Emma und Alice, um die es in diesem Roman geht wachsen jeweils in einem Teil der Stadt auf und müssen nach 12 Jahren Trennung begreifen lernen, was es für jeden Einzelnen Bedeutet durch eine bestimmte Gesellschaftsform geprägt zu werden. 

Claire Winter ist ein packender und historisch höchst informativer Roman gelungen, den man von Anfang bis Ende begeistert liest. Der stetig stattfindende Perspektivwechsel macht nicht nur das Lesen des Buches  zu einer spannenden Sache  , sondern ist auch ein gelungenes Beispiel dafür, wie zerrissen sich die Menschen damals in Berlin gefühlt haben müssen. Man taucht als Leser richtig ein in das Berlin der 50er und 60er Jahre und bekommt ein Gespür für den damaligen Zeitgeist.

Wer sich für die deutsch deutsch Geschichte interessiert sollte diesen Roman auf jeden Fall gelesen haben. Neben der Spannung kommt aber auch die Gefühlswelt der einzelnen Charaktere , sowohl der weiblichen als auch der männlichen , nicht zu kurz. 

 

Fazit:

Spannend , unterhaltsam und vor allem historisch fundiert hat Claire Winter einen wirklich gelungenen Roman geschrieben , der mich persönlich von der ersten bis zur letzten Seite begeistern konnte. 

WERTUNG

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