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Gegenspiel – Stephan Thome

Erscheinungsdatum: 10.  Januar 2015 ISBN: 9783-3518424650P1240253
Autor : Stephan Thome
Verlag: Suhrkamp
Format: Hardcover/22,95€
Seiten:464
Zielgruppe: Leser mit Interesse für Deutsch/Deutsche – Geschichte


KLAPPENTEXT

Maria ist zwanzig und möchte raus aus Lissabon und raus aus Portugal. Mitte der Siebzigerjahre bietet das Land einer jungen Frau wenig Perspektiven. Maria aber will nicht heiraten und Kinder kriegen, sie will mehr vom Leben. Als das neue Jahrzehnt anbricht, geht sie nach Berlin, beginnt ein Studium und eine Beziehung mit einem rebellischen Theatermacher, die bald scheitert. Allen Plänen vom unabhängigen Leben zum Trotz findet sich Maria schließlich als Ehefrau und Mutter in der nordrhein-westfälischen Provinz wieder und schaut ihrem Mann Hartmut beim Karrieremachen zu. Lang arrangiert sie sich mit den Verhältnissen, aber als die Tochter erwachsen und auf dem Sprung aus dem Haus ist, trifft Maria eine Entscheidung.
Lissabon nach der Nelkenrevolution, die Hausbesetzerszene in Westberlin, die deutsche Provinz vor und nach der Wende: Stephan Thome erzählt in markanten, spannungsreichen Szenen eine bekannte Geschichte neu und völlig anders. Gegenspiel ist ein berührender und manchmal verstörender Roman über Täuschung und Selbsttäuschung, über Aufbruch und Verantwortung, auch gegenüber dem eigenen Leben – ein Roman voller Empathie und psychologischer Raffinesse.

© Suhrkamp


MEINUNG


Vor allem zu Beginn konnte mich das Buch in erzählerischer Hinsicht begeistern. Mit dem Plot schafft der Autor es den Leser in seinen Bann zu ziehen: man begleitet ein streitendes Ehepaar bei der Autofahrt und im nächsten Augenblick befindet man sich mitten in einer Berliner Straßenschlacht zu Beginn der Achtzigerjahre. schon zu beginn wird klar, dass viele Schauplätze auf den Leser warten und fast ebenso viele Zeitebenen. Die geschichte wird aus sicht der gebürtigen Portugiesin Maria erzählt, die den Leser mitnimmt in Ihre ganz persönliche Geschichte. Gegenwärtig befindet sie sich nach 20 jahren mitten in einer Ehekrise mit Ihrem Ehemann Hartmut. Dabei wendet sie den Blick immer wieder zurück in Ihre Vergangenheit: auf Ihre Jugend in Portugal und ihre Studienjahre in Berlin. Die Wechsel der Zeitebenen sind zwar nicht als solche erkenntlich gemacht wurden in dem Roman, dem aufmerksamen Leser erschließen sich diese allerdings sehr leicht durch den Kontext. Maria nimmt den Leser mit auf eine atmosphärisch Dicht verpackte Reise , nicht nur in die Geschichte Berlins sondern ebenso in die Geschichte Portugals. Dabei werden grundlegende Fragen gestellt, wie z.B. nach dem Vermögen der Selbstreflexion, der Treue zu sich selbst, und nicht zuletzt der Fähigkeit die eigene Wahrheit für sich als solche zu erkennen und vor allem auch anzunehmen. Stephan Thome ist ein zeitgenössischer Roman über die ,geschichtlich für uns Deutschen sehr bedeutenden, Wendejahre gelungen. Dabei greift er auf facettenreiche Figuren wie Maria zurück, die nicht nur zwischen Ihrem heimatland Portugal und Ihrer Wahlheimat hin- und hergerissen ist, sondern mit 50 Jahren immer noch Ihren Platz in der Gesellschaft sucht.

 

 

Mein Fazit

Zwischenzeitlich wies der Roman einige Durststrecken hinsichtlich der Spannung und des Plots auf. Wer sich für die Deutsche Geschichte im Allgemeinen, und die Wendejahre im Besonderen interessiert, der wird sich auf diesen Roman einlassen und von ihm mitreissen lassen können. Ohne das angesprochene historische Interesse dürfte dieser Roman allerdings nur mittelmässig bei den Lesern abschneiden, auch wenn er in sprachlicher Hinsicht auf ganzer Ebene überzeugen konnte.


WERTUNG

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