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Der Mann der kein Mörder war – Michael Hjorth



Erscheinungsdatum: 2. Januar 2013

ISBN:  978-3866123243
Autor : Hjorth & Rosenfeldt
Verlagrororo
Format: broschiert/9,99
Seiten624
Zielgruppe:  Leser skandinavischer Krimis

 In Våsteras, einer kleinen Stadt in der Nähe von Stockholm, entdecken Kinder eine grausame zugerichtete Leiche. Schnell ist klar,dass es sich dabei um die Leiche des 16 Jährigen Roger Eriksson handelt, welcher seit einigen Tagen als vermisst gilt. Die Leiche weist nicht nur eine Vielzahl von Messerstichen auf, sondern der Mörder hat auch das Herz des Jungen entfernt. Die zuständige Ermittlerin Kerstin Hanser vermutet zunächst einen rituellen Hintergrund. Da bereits zu Beginn zahlreiche Fehler von den örtlichen Polizisten begangen wurden, entscheidet sich Kerstin Hanser die Reichspolizei zu dem Fall hinzu zuziehen. Kommissar Höglund und  sein Team beginnen zunächst in alle denkbaren Richtungen zu ermitteln,da es zunächst keinen konkreten Anhaltspunkt gibt. Nur eines steht fest:  Das Opfer , von seinen Mitschülern als Außenseiter und einsamer Sonderling abgestempelt, nachdem er erst kürzlich auf Grund von Mobbing seine alte Schule verließ, , scheint einige gut gehütete Geheimnisse gehabt zu haben.  Als Kommissar Höglund zufällig seinen alten Bekannten Sebastian Bergmann, einschlägig bekannt als Polizeipsychologe und Kotzbrocken, in Våsteras wiedertrifft und ihn zu dem bisher völlig verworrenen und undurchsichtigen Fall hinzuzieht, sorgt dies nicht nur in seinem eigenen Team für allerhand Unruhe. Sebastian Bergemann verfolgt rein egoistische Ziele und sein eigenmächtiges und egozentrisches handeln droht die Ermittlungen ernsthaft zu gefährden….



Ich war sehr  gespannt auf den ersten Teil der Sebastian-Bergmann-Krimis, von denen ich im Vorfeld schon vieles gehört hatte. Ich bin generell ein Fan von skandinavischer Literatur. . Zunächst hatte ich einige Probleme in die Handlung rein zu kommen, das lag vor allem an der Vielzahl der Charaktere, die allerdings nicht eindimensional und oberflächlich blieben, sondern sehr fundiert dargestellt wurden.  Dabei nicht den Überblick zu verlieren viel mir nicht immer leicht. Dennoch weiß ich es enorm zu schätzen,wenn ein Autor seinen Charakteren menschliche Züge mit all Ihren Stärken und Schwächen gibt und sie eine glaubwürdige Darstellung erfahren. Vor allem bei dem Haupt-Ermittler Sebastian Bergmann ist dies den beiden Autoren meiner Meinung nach sehr gut gelungen: beruflich glänzt er mit Brillanz und einer ausgereiften Kombinationsgabe, menschlich allerdings hat Sebastian mehr Schwächen als Stärken aufzuweisen. Bei seinen Teamkollegen und Mitmenschen eckt er vor allem mit seiner zynischen und unsensiblen Art an und scheint immer auf Konfrontation aus. Für mich stellt er den typischen Antiheld dar, der die notwendige Abwechslung in die Figurenkonstellation bringt.
Die vielen Fährten die das Ermittler-Team verfolgt, führen die nötige Spannung herbei und eine ebenso große Anzahl an unvorhersehbaren Wendungen lassen einen das Buch nicht mehr zur Seite legen. Allerdings hatte ich beim lesen an einigen Stellen das Gefühl, auf Grund der Vielzahl der Wendungen dem das Geschehen nicht mehr gänzlich nachvollziehen zu können. Hier sehe ich auch die größte Schwäche des Buches: Ich hatte an einigen stellen das Gefühl, dass das Autoren-Duo zu schnell zu viel will.
Der Schreibstil ist flüssig und schnörkellos, was ich ebenso wie den einfachen Satzbau durchaus positiv beim lesen empfand. Die typisch skandinavische Schwermut, die vielen Krimis aus dieser Region anhaftet, ist bei „Der Mann,der kein Mörder war“ nicht allzu stark ausgeprägt. Lediglich Sebastian Bergmanns Charakter trägt seinen Teil dazu bei. Also eher ein untypischer skandinavischer Krimi,den die beiden Autoren hier vorgelegt haben. 
Mit Ihrem Debüt liefert das Autorenduo Hjorth & Rosenfeldt einen soliden, spannenden Krimi der Allerdings in der Fülle der Handlungstränge seine Schwächen hat. Beim lesen benötigt man einige Aufmerksamkeit um den roten Faden nicht zu verlieren. Ich bin optimistisch, das die Folge-Romane noch ausgefeilter sind und hoffe euch auch bald davon Rezensionen präsentieren zu dürfen.

https://youtube.googleapis.com/v/D-vN61MD24k&source=uds


Michael Hjorth, 1963 in Vesby geboren, arbeitet nach seinem Studium in New York zunächst als Story Editor im schwedischen Fernsehen. So schrieb er beispielsweise für die Henning Mankell Verfilmungen  „Die Brandmauer“, „Der Mann, der lächelte“ und „Mittsommermord “ die Drehbücher. 2010 veröffentlichte er zusammen mit Hans Rosenfeldt, 1964 in Boras geboren,  seinen ersten Roman “ Der Mann der kein Mörder war“. Bereits ein Jahr später folgte der zweite Sebastian Bergmann- Krimi „Die Frau ,die er kannte“. Die beiden ersten Sebastian Bergmann-Krimis wurden bereits verfilmt.
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