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Das Hexenbuch von Salem – Katherine Howe



Erscheinungsdatum: 15. August 2011

ISBN 978-3442473748
Autor : Katherine Howe
Format: Taschenbuch
Seiten: 512
Zielgruppe:  weibliche Leserinnen ab 16 mit historischen Interesse


Connie Goodwin, eine junge Studentin an der Harvard Universität, schreibt gerade an Ihrer Doktorarbeit über die Sitten und Bräuche des Amerika des 17. Jahrhunderts. Ein besonderes Augenmerk legt sie dabei auf die Hexenverfolgung von Salem . Von Ihrer Doktorarbeit zeitlich vollends eingespannt ,ist Connie daher wenig begeistert, als Ihre Mutter sie bittet, sich um das alte und inzwischen verfallene Haus Ihrer Großmutter zu kümmern. Kurzerhand versucht sie Ihren Aufenthalt in dem kleinen verschlafenen Küstenstädtchen in dem das Haus Ihrer Großmutter steht mit dem Nützlichen zu verbinden, und hofft bei den Recherchen im Nahe gelegenen Salem mehr über die die berühmten Hexenprozesse zu erfahren und neue Erkenntnisse für Ihr Studium zu gewinnen. Bei Ihren Recherchen in alten Kirchenregistern lernt sie dann auch den jungen und attraktiven Sam kennen, zu dem sie sich auf Anhieb hingezogen fühlt. Als Sie dann im Haus Ihrer Großmutter über ein altes und geheimnisvolles Dokumentstolpert , dass einen Hinweis auf die perfekte bisher unbekannte Primärquelle für Ihre Doktorarbeit liefert ,macht sie sich gemeinsam mit Sam macht sie sich auf die Suche  und stößt sehr bald an die Grenzezwischen  des Real & Glaubhaft und dem Übernatürlichen. Schließlich stellt Connie sich die Frage, ob es tatsächlich übernatürliche Phänomene gibt, und die Hexen von Salem tatsächlich existierten ….



Mit „Das Hexenbuch von Salem“ ist Katherine Howe ein abwechslungsreicher Frauenroman gelungen. Vor allem durch den Mix der zeitlich unterschiedlich gelagerten  Erzählstränge verbindet sie geschickt und spannend zu gleich das  Salem des 17. Jahrhunderts mit den Recherchen der jungen und ambitionierten Studentin Connie im 21. Jahrhundert.  Durch die wenigen, aber mit der Handlung geschickt verwobenen übernatürlichen Elementen, erhält das Buch zudem eine geheimnisvollen Atmosphäre, ohne das jedoch die Handlung an Glaubwürdigkeit verliert. Meine Befürchtungen, dass die Elemente der Hexerei dem Buch einen unglaubwürdigen und kitschigen Beigeschmack verleihen, waren also völlig unbegründet. Besonders gelungen fand ich die Tatsache, dass Katherine Howe die Hexen von Salem nicht als reine übersinnliche Phänomene dargestellt hat, sondern es sich bei den Hexen von Salem in diesem Buch schlicht und einfach um Frauen mit stark ausgeprägten Heilkräften handelt.Connies Recherchen in der Gegenwart bieten eine solide Rahmenhandlung, die vor allem durch die Rückblicke in das 17. Jahrhundert an Tempo und Spannung gewinnt. Besonders der historische Anteil hat mir beim Lesen besonders gut gefallen und mich in den Bann gezogen. Während der Handlungsstrang um Connie zeitweise oberflächlich und klischeehaft wirkt, sind die Stärken des Buches vor allem in dem historischen Teil des Buches zu finden. Ich fand es teilweise erschreckend, wie nicht nur mit den angeklagten Frauen während der Hexenprozesse verfahren wurde, sondern welch schweres Unterfangen es für die Angehörigen jener Beschuldigten Frauen gewesen ist, ein weitestgehend normales Leben aufrecht zu erhalten. Sprachliche Besonderheiten , die hervorzuheben es lohnt, gab es zwar nicht, dies wird allerdings durch den außergewöhnlichen Plot und den Mix der verschiedenen Genres alle Mal wieder wett gemacht. Im Gegensatz zu vielen anderen Büchern, in denen zwischen verschiedenen Zeitebenen gewechselt wird (ohne das man dies als Leser sofort bemerkt), nennt die Autorin bei jedem Wechsel der Zeitebene Ort und Zeit. Dies fördert nicht nur den Lesefluss, sondern gibt dem ganzen Buch eine gewisse Struktur.  Das die Autorin strukturiert und gut recherchiert an Ihren Roman herangegangen ist, bleibt für den Leser während des gesamten Romans gut erkennbar.Besonders authentisch wirkt das Buch für mich vor allem durch die Tatsache, dass die Autorin Katherine Howe selber ein Nachkomme von gleich 2 Frauen ist, die zur damaligen Zeit vor Gericht standen. Wer für den Sommer noch ein spannendes Buch mit außergewöhnlichen Facetten sucht und an die Sprache nicht allzu hohe Ansprüche stellt , dem würde ich dieses Buch wärmstens empfehlen.


Katherine Howe, 1977 in Massachusetts geboren, hat sich während Ihres Studiums ausführlich mit dem Thema Hexen befasst. Zu Ihren Vorfahren gehören  Elizabeth Proctor, welche die Anklage vor dem Gericht überlebte, sowie Elizabeth Howe, die als Hexe in Salem gehängt wurde.  Die Schicksale Ihrer weiblichen Vorfahren dienen als Basis für Ihren ersten Roman „Das Hexenbuch von Salem“.
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3 Kommentare zu „Das Hexenbuch von Salem – Katherine Howe

  1. Eine sehr interessante Rezi! Ich habe heute meine zum gleichen Buch online gestellt 😉 Meine Bewertung fällt mit 3 Sternen gleich aus. Ich fand den historischen Teil auch sehr interessant, jedoch war er mir zu kurz bzw. hätte ich noch gerne etwas mehr über die Frauen aus Connies Familie erfahren.
    Liebe Grüße
    Martina

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