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Im Tal des Fuchses – Charlotte Link

Erscheinungsdatum: 12. September 2012
ISBN:  978-3764503505
Autor Charlotte Link
Format: Hardcover / 22,99
Seiten: 576
Zielgruppe: Krimi-Leser


Zur Einstimmung hier der Buchtrailer von Blanvalet :


Auf dem Rückweg von einem Besuch bei der Mutter macht das junge Ehepaar Matt Vanessa Williard auf einem abgelegenen Rastplatz im Nationalpark halt. Während Matt mit dem gemeinsamen Hund Gassi geht, bleibt Vanessa auf Grund eines vorangegangenen Streits allein am Auto zurück. Als Matt wenige Minuten später zurückkehrt, findet er das Auto verlassen vor, von seiner Frau fehlt jede Spur. Was er zu diesem Zeitpunkt nicht ahnt: Vanessa ist das Opfer einer Entführung geworden. Der Kleinkriminelle Ryan hat seine Frau überwältigt, betäubt und in eine abgelegene Höhle in das „Tal des Fuchses“ gebracht. Dort zwingt er sie sich in einen Sarg, ausgestattet mit Nahrungsmittel und Trinken für ca. 1 Woche, zu legen. Ryans Plan: Mit der Entführung von Vanessa will er 100.000 Pfund von Ihrem Ehemann erpressen, damit er die Schulden bei seinem Gläubiger bezahlen kann. Doch noch am selben Abend wird Ryan wegen gefährlicher Körperverletzung verhaftet. Im Gefängnis ringt er mit sich und dem Gedanken daran, seinem Anwalt von der Entführung zu erzählen, beschließt jedoch, Stillschweigen darüber zu bewahren. Matts Chancen seine Frau je wieder zu sehen, oder von Ihrem grausamen Schicksal zu erfahren tendieren gegen Null.  
Ich muss gestehen, dass ich an Hand des Klappentextes eine etwas andere Geschichte erwartet habe. Der Aufhänger des Buches, dass eine Frau verschleppt und in einer Kiste lebendig gefangen gehalten wird, ist eigentlich nur der Ausgangspunkt der Geschichte. Im weiteren Verlauf der Handlung kommt dieses abscheuliche Verbrechen zunächst nicht weiter  zur Sprache. Ich hatte erwartet, dass diese unmenschliche Methode jemand gefangen zu halten mehr Raum einnimmt und den Leser in seinen Bann zieht.Für Abwechslung beim lesen sorgt vor allem die Tatsache, dass die Handlung aus 3 verschiedenen Perspektiven erzählt wird: von Ryan Lee, der auch nach seiner Entlassung aus dem Gefängnis seine Tat nicht verdrängen kann, und weiterhin von Schuldgefühlen geplagt wird, aus Sicht von Nora Franklin, die sich nach seinem Gefängnisaufenthalt um Ryan kümmert, und Gefühle für ihn entwickelt, sowie aus Sicht von Jenna, die durch Zufall Matt kennenlernt, und ungewollt in die tragische Geschichte eines Mannes gezogen wird, der mit dem Gedanken leben muss, nie zu erfahren, was aus seiner verschwundenen Frau tatsächlich geworden ist. Keine Frage, die Figurenkonstellation und die abwechslungsreiche Sicht der Erzählung geben dem Krimi ausreichend Tempo und heben ihn somit deutlich von anderen Kriminalromanen ab. Auch die menschlichen Abgründe, in die die Autorin uns blicken lässt, sind außergewöhnlich tief und dunkel und machen die Charaktere zu etwas Besonderem. Leider hat mir während des Lesens häufig das etwas Mehr an Spannung gefehlt, und erst zum Ende hin schafft es Charlotte Link in Ihrer bekannten Art den Lesen mit einem richtigen Showdown zu überraschen und in den Bann zu ziehen. Charlotte Link ist ein spannender Roman mit tiefgründigen Figuren  gelungen, dessen Handlung leider an vielen Stellen zu blass und schematisch bleibt. Leider ist das Buch somit eines Ihrer schwächeren Bücher, aber ich denke, dass dies nicht das letzte Buch von der Autorin gewesen sein wird, zu dem Ihr eine Rezension von mir lesen könnt.

Charlotte Link, am 5.Oktober 1963 in Frankfurt/Main geboren, zählt zu den gegenwärtig erfolgreichsten Deutschen Schriftstellerinnen. 
Nach einem begonnenen Jurastudium machte Sie Ihren Abschluss schließlich in den Fächern Geschichte und Literaturwissenschaft, was Ihrer kommenden Tätigkeit als Schriftstellerin zu Gute kam.Inzwischen ist Sie auch über die Grenzen Deutschlands für Ihre Spannungromane bekannt, was nicht zurletzt an der charakteristischen Erzählart Ihrer Romane liegen könnte:der englischen Erzähltradition die sich in Ihren oftmals psychologisch untermauerten Romanen niederschlägt.Einige Ihrer Werke, u.a. Wilde Lupinen, Sturmzeit und Stunde der Erben (auch bekannt als die Sturmzeit-Trilogie) wurden für das Deutsche Fernsehen verfilmt.2004 wurde sie in der Kategorie Belletristik für den Deutschen Buchpreis nominiert. Heute lebt Sie mit Ihrem Lebensgefährten in Wiesbaden.

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3 Kommentare zu „Im Tal des Fuchses – Charlotte Link

  1. Die Menschlichen Abgründe interessieren mich ja sowieso total, wenn du sagst, dass man sich in diese gut hineinversetzen kann ist das ja klasse! Ich lese eigentlich keine Krimis, habe mir vor kurzem den ersten gekauft und da ich meist nur vor dem schlafen gehen lese zieht sich das Ding wirklich – ich kann vor dem schlafen gehen echt nichts gruseliges vertragen. Bücher von Charlotte Link hat meine Mutter jede Menge daheim, muss mal schauen ob sie dieses auch hat 🙂

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  2. Hört sich eigentlich ganz gut an. Für mich wäre es auch spannender etwas mehr von der Entführung bzw. der Gefangeschaft zu erfahren.
    Ich mag es, wenn Bücher aus mehreren Perspektiven geschrieben sind.
    Liebe Grüße.

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  3. Hallo, wer sich mehr für den 'klaustrophobischen Aspekt' interessiert, der sollte sich mal Stirb ewig von Peter James anschauen!
    Viele Grüße!

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