ab 5 Jahren · Allgemein · Buchtipps

Was Ostern geschah [Rezension]

Erscheinungsdatum: 3.  Februar 2020
ISBN: 9783-3963401213
Autor : Margot Käßmann
Verlag: bene!
Format:  Bilderbuch ab 5  Jahren
Seiten: 32
Preis:  15 €


Ostern ist schon seit Wochen bei uns bzw. meiner 4 1/2 Jährigen Tochter ein Thema und ich bin auf der Suche nach einem Bilderbuch gewesen, in dem die Ostergeschichte möglichst realistisch und doch kindgerecht erzählt wird. Da klang das Bilderbuch der bekannten deutschen Theologin Margot Käßmann vielversprechend.

Im Mittelpunkt des Buches steht die kleine Rebekka, deren Eltern zu Jesus Anhängern gehören. Sie lernt Jesus kennen, als er bei Ihrer Familie zum Essen eingeladen wird. Sie ist beim letzen Abendmahl dabei und sieht ihn am Kreuze hängen. Ihre Mutter erzählt Rebekka von der Auferstehung und so erfahren die jungen Leser ebenfalls durch die Augen eines Kindes wie es zu Zeiten Jesus Leben gewesen ist. Diese Idee fand ich ganz gelungen .

Meiner kleinen Tochter gefällt das Bilderbuch inzwischen ganz gut, allerdings muss ich persönlich immer wieder an den Tag zurück denken, an dem wir das Buch Abends das erste Mal lasen. Schon beim ersten Lesen viel mir auf , dass der Erzählstil zwar kindlich gehalten , allerdings mit vielen negativen Worten und Sätzen bestückt ist. Auf den wunderschön illustrierten Doppenseiten wird zunächst davon berichtet wie großzügig und barmherzig Jesus zu seinen Mitmenschen ist. Doch nach der Verhaftung Jesus schlägt auch die Stimmung im Buch um – verständlich und richtiger Weise, aber für meinen Geschmack doch etwas zu scharf. Auch meiner Tochter fiel diese Stimmung auf und das erste Mal in Ihrem jungen Leben schlief sie weinend nach dem lesen eines Buches ein.

Die Stimmung der Ostertage hat Margot Käßmann für meinen Geschmack etwas ZU realistisch eingefangen. Freud und Leid liegen natürlich bei der Ostergeschichte nah beieinander , dennoch hätte ich mir hier etwas mehr Weichzeichnung gerade in der Ausgestaltung des Textes gewünscht. Die angespannte Stimmung nach Jesus Kreuzigung, von der im Buch die Rede ist, schien sich 1 zu 1 auf meine Tochter zu übertragen. Ich würde daher der Leseempehlung des Verlages ab 5 Jahren auf jeden Fall folgen. Auch die Länge des Textes spricht dafür. Inzwischen wünscht sich meine Tochter aber aus eigenem Abtrieb immer und immer wieder das Buch vorgelesen zu bekommen.

Abschließend kann ich sagen, dass mir persönlich die Illustrationen von Stefanie Scharnberg sehr gut gefallen haben und die Idee, dass die Ostergeschichte aus den Augen eines kleinen Mädchens erzählt wird, welches zu Zeiten von Jesus gelebt und alles hautnah miterlebt hat. Und auch die Worte auf der vorletzten Seite fand ich einfach nur wunderbar :

Wenn Sie an ihn dachte , merkte sie, dass er da war, ganz nah bei ihr. So glücklich war Rebekka noch nie gewesen. Sie konnte zwar nicht alles verstehen, aber sie glaubte daran, dass der Tod einfach nicht das letzte Wort hatte.

Diese haben mich etwas mit der Tatsache versöhnt, dass ich die textliche Ausgestaltung nicht wirklich gelungen fand. Da meiner Tochter das Buch aber sehr gut gefällt kann ich mich immerhin zu einer durchschnittlichen Empfehlung durchringen. Für ältere Kinder oder nicht ganz so sanfte Gemüter ist das Bilderbuch auf jeden Fall eine gute Möglichkeit den Kindern die Ostergeschichte näher zu bringen.

Vielen Dank an den Verlag für das Rezensionsexemplar

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