Allgemein · No mommy is perfect

Corona für Eltern – Alles außer Kontrolle? [Gastbeitrag]

Heute gibt es den ersten Gastbeitrag zum Thema „Eltern während der Pandemie“. Ich freue mich sehr, dass Nadine vom Blog DresdenMutti uns heute erzählt welche Erfahrungen Sie und Ihre Familie in dieser Zeit gemacht haben:


Dresden Mutti mit selbstgenähtem Mundschutz

Fast ein Jahr ist sein Pandemiebeginn vergangen, dem Zeitpunkt als in Familien alles außer Kontrolle geriet. Vielleicht erfasst die „erste Welle“ nicht alle Eltern mit solcher Wucht, dass sie von „außer Kontrolle“ sprechen würden, doch bei uns war es so.

Wer sind wir eigentlich? Ich bin Nadine (33 Jahre) vom Dresden-Mutti-Blog und lebe gemeinsam mit meinem Mann und zwei Töchtern in Dresden. Wir Eltern arbeiten beide Vollzeit, ich ganz „normal“ und mein Mann befindet sich im zweiten Jahr seiner nebenberuflichen Erzieherausbildung. Die große Tochter ist 7 Jahre alt und die kleine Tochter 6 Jahre oder anders gesagt: Wir haben ein Schulkind und ein KiTa-Kind.

Und dann schlug die Pandemie ein.:

Mein Arbeitgeber hatte bereits im Jahr zuvor, Homeoffice-Möglichkeiten geschaffen, sodass ich der Schul- und KiTa-Schließung zunächst entspannt entgegensah. Ich konnte von Zuhause aus arbeiten. So würde es schon klappen. Als Hauptverdienerin brauchten wir meinen Verdienst unbedingt, weshalb ein spontaner unbezahlter Urlaub nicht drin gewesen wäre. Ich würde das hinbekommen …

… aber nach einer Woche im Homeoffice mit einem KiTa- und einem Schulkind, die meine Aufmerksamkeit und Unterstützung einforderten und natürlich NICHT allein bis 15 Uhr in ihrem Zimmer spielen wollten und konnten, reichte ich doch Urlaub ein. Am Ende der Woche hatte ich nur 32 Stunden effektiv geschafft und wir alle waren trotzdem mit den Nerven durch. So easy war es halt doch nicht. Mein Mann konnte nicht unterstützen, weil er bis 18 Uhr in der Notbetreuung der Grundschule war, in der er die Stellung halten musste.

Basteln mit den Kindern während der Pandemie

Kurzarbeit und wie es besser wurde:

Es klappte für mich also nicht, alles gleichzeitig zu machen. Ich beschloss also doch unbezahlten Urlaub bis zu den Osterferien nehmen (Tschüss Ersparnisse!), doch dann kam das Glück im Unglück: mein Arbeitgeber meldete Kurzarbeit an und ich konnte den kompletten April komplett zu Hause bleiben. Die erste Maiwoche musste ich dann auch „nur“ 28 Stunden arbeiten. Das schaffte ich mithilfe eines Betreuungstandems mit einer anderen Familie. Montag und Mittwoch nahm ich alle vier Kinder, Dienstag und Donnerstag hatte ich selbst von 9-15 Uhr Zeit zum Arbeiten.

Richtig gut klappt es trotzdem nicht, denn wer rechnen kann, merkt, dass man mit 2 x 6 Stunden noch keine 28 Stunden erarbeitet haben kann. Zum Glück änderten sich die Bestimmungen und wir hätten die Notbetreuung nutzen dürfen – doch dann öffneten zum Glück wieder Schulen und KiTas in Sachsen. Mir fiel ein Stein vom Herzen!

Mein Mann und ich im Lockdown

Wie geht es den Kindern?:

Unsere Töchter sind privilegiert und es ging ihnen immer gut. Im zweiten Lockdown konnten wir die Notbetreuung nutzen, aber auch zu Hause bei uns gibt es viele Bücher und Spielsachen, wir gehen täglich raus an die frische Luft, wir spielen zusammen und fördern sie. Das haben leider nicht alle Kinder. Einzig der ausgefallene Schwimmkurs macht mir etwas Bauchschmerzen, weil unsere große Tochter nun noch immer nicht schwimmen kann.

Die Kinder vermissen Freunde und ihre Familie. Letztes Jahr im August haben wir Oma und Opa, Tanten, Onkel, den Cousin das letzte Mal gesehen. Unser Osterbesuch und unser Weihnachtsbesuch fielen 2020 ins Wasser. Ostern 2021 sieht es auch nicht besser aus. 600 km quer durch Deutschland fährt man eben nicht mal eben in der Pandemie.

Es ist so ruhig.:

Mir persönlich fehlt der Trubel am meisten. Wir hatten vor Corona immer eine Wohnung voller Kinder, weil uns die Nachbarskinder gern besuchten. Alle tobten durch den Garten und wir Erwachsenen trafen uns auch draußen für Kaffee oder zum Grillen, auf ein Bier oder zum Picknick. Oder drinnen zum gemeinsamen Film schauen. Wie ging das noch gleich mit dem Freunde treffen?

Wir sind aktuell zum zweiten Mal in Quarantäne. Es schlaucht tatsächlich sehr und ich erwische mich dabei, wie ich sehnsüchtig nach draußen blicke. Einfach mal wieder unbeschwert zusammen Twister spielen. Wird das wieder möglich sein?

Ja. Ich bin da ganz zuversichtlich. Die Impfungen haben begonnen und Schritt für Schritt sieht man Fortschritte und kann auch wieder Hoffnung schöpfen, dass wir doch zumindest einen entspannten Sommer erleben dürfen und der Spuk bis zum nächsten Winter nahezu vorbei ist.

Viele Grüße

Nadine / Dresden Mutti

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