Allgemein · Sternenkinder

Sternenkind Luis – Valentin [Gastbeitrag]

Es fing letztes Jahr am 19.12.19 an. Ich habe einen Test gemacht, er war positiv. Voller Freude habe ich sofort ein Termin beim Frauenarzt bekommen. Die Ärztin sagte mir ich sei in der 13. Woche. Von nun an hatte sich mein Leben total verändert. Denn zuvor habe ich es 13 Jahre lang vergeblich versucht schwanger zu werden. Seid über 2 Jahren habe ich ein neuen Partner an meiner Seite. Die Schwangerschaft verlief sehr gut, ich hatte keine Beschwerden. Mein Sohn war sehr aktiv. Das war immer ein gutes Zeichen.

Ich war kurz vom ET aber es kamen keine Wehen, kein Blasensprung. Ich musste alle 2 Tage zum Krankenhaus um ein Ctg zu machen. Am 28.6.20 hatte ich ebenfalls um 13 Uhr ein Termin. Vorher waren wir noch auf ein Erdbeerfeld und haben leckere Erdbeeren gepflückt. Da mein Mann Geburtstag hatte, fuhren wir nach Hause haben den Kuchen gebacken und wollten nach der Untersuchung im Krankenhaus zu meiner Schwester fahren. Um dort den Geburtstag von mein Mann zu feiern.

Doch es kam alles anders um 13 Uhr Bin ich im Krankenhaus gewesen. Die Hebamme schloß mich an das Ctg-Gerät, sie fand keine Herztöne . Sie rief die Ärztin. Die Ärztin machte ein Ultraschall und schaute skeptisch. Es kam der Oberarzt rein, auch er machte ein Ultraschall und ich sah an seinen Gesichtsausdruck das da was nicht stimmte. Er sagte nach 5min Ultraschall das mein Baby leider keinen Herzschlag mehr hätte und er tot sei . Meine Welt brach zusammen .

Ich rief mein Mann an, der unten vorm Krankenhaus gewartet hatte. Er kam schnell nach oben. Ich bin in seine Arme gefallen und sagte nur unser Baby sei tot. Die Ärzte schickten mich nach Hause, am nächsten Morgen sollte ich um 7 Uhr im Krankenhaus sein.

Als wir ankamen waren alle so liebevoll , das ganze Krankenhaus Personal. Man gab mir direkt eine Cytotec, 2 Tage lang. Die leider nicht geholfen haben. Anschließend gab man mir ein Gel. Nach 3 Tagen ist endlich die Blase gesprungen. Ich habe mich noch nie so geekelt vor mir selbst. Das Fruchtwasser war sehr grün und man sagte mir es sei normal weil das Baby ja schon paar Tage tot war. Und es seien die Ausscheidungen vom Baby. Nach paar Stunden war das Fruchtwasser raus, ich ginge duschen. Dieses Gefühl was ich in mir hatte ist unbeschreiblich. Mein Kopf war drauf vorbereitet das ich bald mein stilles Kind vor mir liegen habe. Aber mein Körper wollte mein Sohn nicht frei geben. Nun ging es weiter nach den Tabletten und Gel, habe ich ein Wehen-Tampon eingesetzt bekommen. Der blieb leider nur paar Stunden drin undhat auch nichts gebracht. Donnerstag Mittag haben sie mir gesagt sie wollen mir Ballons einsetzten, um den Muttermund zu öffnen. Ich habe sie eingesetzt bekommen und war wieder auf mein Zimmer und wieder begann das warten . Es hat minimal Wehen ausgelöst. Ich sagte meinem Mann, dass ich endlich langsam was spüre. Wieder eine Nacht vorbei.

Freitag-Morgen sagte man mir ich soll um 16 Uhr im Kreißsaal sein. Ich war 16 Uhr mit meinen Mann ,der mich die ganze Zeit Tag und Nacht begleitet hat, im Kreißsaal. Die Hebammen haben sich es nicht anmerken lassen, dass ich eine Stille Geburt vor mir habe. Ich habe den ersten Tropf bekommen. Nach 30min waren die Wehen sehr heftig. Ich bekam eine Pda . Nach 3mal 500ml wusste ich das es nicht mehr lange dauern wird. Plötzlich ging es mir sehr schlecht ich habe mich übergeben, hatte hohes Fieber. Viele Ärzte und Hebammen waren bei mir. Nach 16 Stunden sagte man mir, ich müsse ein Kaiserschnitt machen, weil es zu sehr verkrampft war. Es ging alles sehr schnell ich hatte mich für eine Vollnarkose entschieden.

Als ich Samstag wach wurde waren wir im Kreißsaal , ich öffnete meine Augen und sah mein Mann mit unseren Sohn auf dem Arm. Ich habe etwas gebraucht um zu realisieren, dass er tot ist. Es kam ratz fatz eine Sternenfotografin ,die für uns wundervolle Bilder gemacht hat. Nach 2 Stunden waren wir wieder im Zimmer alleine mit unser Sohn. Ich war erleichtert das dies alles ein Ende hatte. Aber auch sehr traurig weil mein Sohn tot vor uns lag. Man konnte ihn berühren auf dem Arm nehmen. Aber die Bewegungen das Geschreie hat gefehlt. Ich bin sehr dankbar das ich diese schwere Zeit, mit mein Mann erleben durfte. Wir sind stolz auf unser Sohn. Wir lieben und vermissen ihn.

Danke liebe Jessica , dass du uns so offen von Eurem Sohn Luis – Valentin erzählt hast

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