Sternenmama - Tagebuch · Tagebuch

Mein Sternenkind Henry

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Hallo meine Lieben,

noch nie ist es mir so schwer gefallen einen Beitrag zu schreiben. Mir fehlen die Worte, und dennoch habe ich das Bedürfnis über das zu schreiben, was hinter mir und dem Herzmann liegt. Am 7. November ist uns das schrecklichste widerfahren, was werdenden Eltern passieren kann: Wir haben unser geliebtes Kind still zur Welt bringen müssen.

Ich habe eigentlich nicht lange überlegt was ich mache: ob ich hier über unseren Henry schreiben werde, oder die letzten Beiträge zu meiner Schwangerschaft lösche. Henry ist ein Teil von uns und hätte ich die Beiträge gelöscht, wäre es gewesen als hätte er nie existiert. Und so ist es nun einmal nicht. Henry ist unser Wunschkind gewesen, und hat mir in den letzten 19 Wochen die bisher schönste Zeit meines Lebens geschenkt: Die Zeit als werdende Mama. Er hat so viel Freude und Glück in unser Leben gebracht: Jedesmal wenn ich ihn als kleines Gummibärchen auf dem Ultraschall und sein kleines  Herzchen schlagen sah, beim Kinderwagenkauf , bei der Namenssuche, einfach bei allem was mit ihm oder der Schwangerschaft zu tun hatte. Ich hatte so sehr gehofft dieses Mal ein gesundes Baby zur Welt bringen zu dürfen. Wir hatten die ersten riskanten 12 Wochen überstanden und steuerten auf die Halbzeit zu. Alles schien perfekt, doch über all das Glück und die Zuversicht merkte ich nicht , wie das kleine Herz unseres Engels vor ca. 3 Wochen zu schlagen aufhörte.

Mit nur 15 cm und zarten 55 Gramm wäre unser Henry nicht lebensfähig gewesen, selbst wenn er nicht bereits im Mutterleib verstorben wäre.

Der Lauf des Lebens sieht es vor, dass man geboren wird und irgendwann stirbt. Keine Mutter sollte Ihr totes Kind zur Welt bringen müssen.

Die Geburt eines Kindes sollte ein freudiges Ereignis sein, in meinem Fall war sie der Abschied von einem geliebten Menschen, den wir nie kennenlernen durften und der viel zu früh von uns ging.

Ich kann es immer noch nicht richtig begreifen. Die sinnlose Frage nach dem „Warum“ treibt mich in den Wahnsinn und die Erkenntnis das unser geliebtes Kind zu den Sternen gereist ist trifft mich jeden Tag aufs neue , nicht wie ein Schlag ins Gesicht, denn das würde nicht annähernd beschreiben wie es sich anfühlt. Mit Henrys Seele ist auch ein Stück meiner Seele zerbrochen und von dieser Welt gegangen. Momentan kann ich nicht nach vorne schauen, denn ich schaue immer wieder zurück auf den schlimmsten Tag in meinem Leben, immer wieder erlebe ich in meiner Erinnerung das Geschehene aufs Neue, weil dies die einzige Zeit gewesen ist die ich mit meinem Kind hatte.

Mein zarter, wunderschöner Henry. Eines Tages werde auch ich diese Welt verlassen, voller Freude auf ein Wiedersehen mit Dir. Ich liebe Dich von ganzen Herzen,

Deine Mama

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Mit etwas zeitlichen Abstand werden  mein Herzmann und ich hoffentlich in der Lage sein wieder positiv nach vorne zu schauen. Dies wird weiterhin ein Blog sein, auf dem ich hoffentlich zu gegebener Zeit wieder über das Thema Schwangerschaft schreiben werde. Bis dahin werde ich einen Teil meines Blogs dem Thema „Sternenkinder“ widmen. Nicht nur weil ich selber Mutter zweier Sternenkinder bin, sondern weil dieses Thema in der Gesellschaft leider immer noch ein Tabuthema ist. Ich würde gerne meinen Teil dazu beitragen, dieses Thema in den Vordergrund zu rücken und die Menschen dafür zu sensibilisieren, denn tatsächlich endet jede 4. Geburt nicht wie gewünscht mit der Geburt eines gesunden , lebenden Kindes.

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18 Kommentare zu „Mein Sternenkind Henry

  1. Oh Gott das tut mir so unendlich Leid für Euch. Mir standen Tränen in den Augen, als ich das gelesen habe. Ich finde es sehr mutig von dir, dieses Thema hier im Blog anzusprechen und nicht zu tabuisieren. Das euch bestimmt bei der Verarbeitung helfen. Ihr werdet auf Eltern treffen, denen das gleiche Widerfahren ist und nach vorne Blicken lernen. Ich wünsche euch alles erdenklich Gute in dieser schweren Zeit.

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    1. Oh es tut mir so unendlich leid ,ich habe so gehofft und gewünscht das diesmal alles gut wird.ich bin sprachlos. Ich drück dich von ganzem Herzen und bin mir ganz sicher ,das deine kleinen da oben bei den Engeln glücklich sind und auf dich aufpassen. Ich muss leider auch gerade mein 2.sternchen gehen lassen . Ich wünsche dir ganz viel kraft und finde es super von dir das du trotz diesem unendlichen Schmerz dieses Thema angehst .glg jenn (j_alnv auf insta)

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      1. Ich dich auch ganz ehrlich ,es ist so traurig und. Unfair und entschuldige aber ich kann im Moment nicht positiv denken ….und sprüche wie mach dir halt ein neues oder sollte nicht sein ,brauche. Wir sternenmamas nicht,das macht es doch nur schwerer fühl dich gedrückt .liebe Mary deine jenn

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  2. Hallo Mary,
    Auch hier nochmal mein Beileid. Ich bewundere dich zutiefst, du findest emotionale und deutliche Worte.
    Ich habe deinen Blog abboniert und möchte dich gern in der nächsten Zeit begleiten und bin sehr gespannt wie es bei dir weiter geht.
    Ganz ganz liebe grüße

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  3. Liebe Mary,
    unbekannterweise möchte ich dir mein tiefempfundenes Beileid aussprechen! Ich hoffe, dass dein Mann und du euch in dieser schweren Zeit gegenseitig halt geben könnt. Worte können den Schmerz nicht beschreiben, können auch keine Linderung verschaffen, das weiß ich aus eigener Erfahrung.
    Ich wünsche euch ganz viel Kraft für die kommenden Wochen!
    Liebe Grüße Claudia

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  4. Liebe Mary,

    auch ich sitze gerade vor meinem Laptop und bin fassungslos. Es tut mir furchtbar leid, dass ihr diese Situation erneut durchleben müsst. Das ist unfair und einfach schrecklich.
    Ich finde es trotzdem sehr mutig, dass du die Kraft hast, hier darüber zu schreiben. Deine Worte haben mir die Tränen in die Augen getrieben. Und so scheint es ja auch anderen zu gehen. Ich kann mir vorstellen, dass andere Betroffene durch deine Worte Unterstützung und Verständnis erfahren.
    Ich wünsche euch für die kommenden Wochen und Monate ganz viel Kraft und hoffe, dass ihr dieses schreckliche Erlebnis gemeinsam überstehen werdet!

    Ich drücke dich ganz lieb,
    Sandra

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  5. Liebe Mary,

    ich bin erst vor kurzem auf deinen Blog aufmerksam geworden und habe mich mit Dir über deine Schwangerschaft gefreut und habe mir vorgenommen immer mal wieder vorbeizuschauen, um eure Entwicklung zu verfolgen. Nun bin ich ehrlich geschockt und kämpfe hier mit den Tränen. Es tut mir soooo leid, was Dir und Deinem Mann passiert ist und ich wünsche euch von Herzen ganz viel Kraft diesen schweren Schicksalsschlag zu überstehen und daran gemeinsam zu wachsen!
    Das eigene Kind zu verlieren gehört zu den schlimmsten Dingen, die ich mir vorstellen kann. Einmal mehr bin ich sehr dankbar, dass ich zwei gesunde Kinder habe und hoffe, dass auch euch dieses Glück einmal zuteil wird (auch wenn das jetzt sicher mehr als verfrüht ist… tut mir leid…).

    Fühl dich unbekannterweise ganz herzlich gedrückt! In Gedanken bin ich bei euch und dem kleinen Henry…

    Viele Grüße,
    Antje

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  6. Liebe Mary,
    ich habe es eben bei einem neuen Blick auf deine Seite erst begriffen, dass du vor Kurzem diesen unendlich traurigen Velust deines Kindes erlitten hast. Auch mir fehlen die Worte, ich möchte dir nur sagen, dass es mir sehr, sehr leid tut für dich und deinen Mann. Dass ich es mutig finde, wie du andere teilhaben lässt und ihnen dadurch Trost schenkst. Ich kann nur leise erahnen, wie weh das tut. Eine gute Freundin von mir hat ein Kind tot geboren, schon zum Geburtstermin. Es war ein Schock und selbst nur als Freundin für mich einer der traurigsten Tage des Lebens. Sie hat danach noch ein Baby verloren, aber ihren Kinderwunsch nicht aufgegeben, und hat nun zwei wunderbare Töchter. Zurzeit ist sicher oft nur die Trauer für dich spürbar, aber so tapfer und lebendig wie du bist, wird langsam, langsam auch die Freude in dein Leben zurückkehren.
    Dass du noch mein Buch zu Ende gelesen und rezensiert hast, macht mich ganz fassungslos. Ich bin dir sehr dankbar dafür, aber schäme mich fast, dich in dieser Zeit damit behelligt zu haben.
    Von Herzen alles, alles Gute für dich!
    Sybil

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    1. Liebe Sybil vielen Dank für deine tröstenden Worte. Dein Buch zu lesen , und in eine stürmische Familiengeschichte einzutauchen hat mich in dieser Zeit ablenken können. Ich bin froh mit Hilfe der Literatur dem Alltag entfliehen zu können, und zeitweise seinen Kummer und seine Sorgen vergessen zu können.
      Liebe Grüße
      Mary

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  7. Hallo du.
    Wie hart es ist ein Kind zu verlieren kann ich nur erahnen, doch wirklich Worte hab ich nicht.
    Ich weiß das es eine Bekannte in England erleben musste. Jedoch waren es SA Zwillinge 😥 . weniger später wurde sie noch mal schwanger und das Kind ist nun schon 1,5 Jahre alt. Ich weiß kein großer Trost. Doch ich wünsche dir dass du eines Tages ein Geschwisterchen von deinem Sternen Kind in den armen halten darfst.
    Auch hoffe ich sehr, dass ihr Abschied nehmen dürft und könnt.
    Kathrin durfte das baby bzw die Babys als Meer Beerdigung verabschieden undves half ihr.
    Ich hoffe meine Worte tuen dir nicht zu sehr weh, denn sie sollen dir nur zeigen, ich denke an dich, und ich möchte mich ganz still neben dir setzen, deine Hand halten und mit dir in den Himmel sehen.
    Nicole

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  8. Liebe Mary

    auf *gefällt mir* zu drücken fände ich an dieser Stelle irgendwie unpassend…
    Ich bin ohne Worte und wünsche Dir einfach viel Kraft und Licht um durch diese dunkle Zeit zu gehen und ich finde es bemerkenswert das Du die richtigen Worte in so einem schweren Moment finden konntest.

    Bewegte stille Grüße
    Kathi

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  9. Liebe Mary
    Durch Zufall bin ich gerade auf deinen Blog gestoßen. Als ich den Beitrag gelesen habe, war es wie ein Deja vu für mich.
    Auch ich bin eine sternenmama mein kleiner Henry kam am 7.10.15 still zur Welt.
    Er war so winzig und doch perfekt und wunderschön in meinen Augen
    Auf die Frage warum werden wir nie eine Antwort kriegen
    Ich wünsche dir von Herzen Kraft
    Ich danke dir das du laut aussprichst was so viele sternenmamis denken und fühlen
    Alles liebe jessy

    Gefällt 1 Person

  10. Liebe Mary,
    Auch ich bin zufällig über deinen Blog gestolpert und möchte nicht gehen, ohne dir einen virtuellen Drücker da zu lassen. Mir ist dasselbe widerfahren, es ist bereits 5 Jahre her, aber es ist immer noch präsent. Ich wurde zwar inzwischen mit einem entzückenden Sohn beglückt, jedoch konnte ich den Zauber der ersten unbefangenen Schwangerschaft nicht mehr erleben. Zu gross war die Angst vor einer erneuten Enttäuschung, Trauer und Verzweiflung. Ich wünsche dir alles Gute und hoffe, bald positives von dir zu hören! LG Julmum

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