Buchchallenge 2014 · lesbar

Eines Abends in Paris – Nicolas Barreau



Erscheinungdatum: 15. Oktober 2013

ISBN:  978-492302463
Autor :  Nicolas Barreau
Verlag: Piper
Format: TB/ 9,99
Seiten: 384
Zielgruppe:  weibliche Leserinnen ab 16


Von seinem Onkel hat Alain das Cinéma Paradies, ein kleines,  nostalgisches Kino in Paris geerbt. Während Alains  Mitbewerber hochmoderne Kinos führen hält er jedoch  an seiner Überzeugung fest mit Romantik und guten Filmen überzeugen zu können. Jeden Mittwoch besucht eine junge Frau in einem roten Mantel eine seiner Vorstellungen und jedes Mal sitzt sie dabei auf Platz Nummer 17. Alain fühlt sich zu Ihr hingezogen , körperlich,aber auch weil er eine geheimnisvolle Aura spürt. Schließlich bringt Alain den Mut auf und spricht Sie an. Sie verabreden sich für den Abend, doch schon in der nächsten Woche scheint sie spurlos verschwunden. Obwohl Alain kaum etwas über diese Frau weiß, begibt er sich auf die Suche nach Ihr und erlebt eine Geschichte, die es so nicht einmal in den schönsten Liebesfilmen gibt….
Alain Bonnard , die Hauptfigur des Buches, fand ich von der ersten Seite an sympathisch.  Ein Mann voller Ideale, der ein kleines Kino in Paris führt. Vehement weigert er sich sein kleines Lichtspieltheater auf den Neusten stand zu bringen, und verkauft so beispielsweise kein Popcorn. Um Kundschaft in sein Kino zu bringen muss er sich so fast jede Woche etwas neues, außergewöhnliches einfallen lassen. So kam ihm auch die Idee jeden Mittwoch (dem schicksalhaften Tag in diesem Buch)  Liebesfilm-Reihe mit dem Titel „Les Amours au Paradis “ zu zeigen.Ich selber bin kein Freund von den großen Multiplex-Kinos unserer Zeit und versuche wann immer möglich das kleine Lichtspielhaus mit 2 Kinosälen in meiner Heimatstadt zu besuchen. SO fühlte ich mich auf Anhieb mit Alain und seinen Vorstellungen eines guten, alten Kinos verbunden.
Mit dem Schauplatz eines alten, antiquierten Kinos in Paris hat der Autor einen wunderbaren Schauplatz für einen Liebesroman geschaffen. Dabei schafft er es mit seinen Worten einen solch bildhaften Eindruck zu vermitteln, dass man während des Lesens manchmal das Gefühl hatte sich selber inmitten der roten Plüschsesseln des Cinéma Paradies zu befinden und mit Alain mitzufiebern und zu rätseln, was es mit der geheimnisvollen Frau im roten Mantel zu tun hat.
Auch bei der Beschreibung seiner Figuren legt Nicolas Barreau viel Wert auf Tiefgang, er lässt den Leser teilhaben an der Gefühlswelt seiner Figuren und ermöglicht so, deren Handeln zu verstehen und besser nachvollziehen zu können. Die Figuren wirken somit authentisch und Realitätsah und vermitteln dem Leser das Gefühl „Ja genauso könnte die Geschichte passiert sein“. 
„Eines Abends in Paris“ ist allerdings kein herkömmlicher Liebesroman. So schnell die Liebe zwar zu Beginn Einkehr hält, so schnell verschwindet sie auch wieder : Da Alain kaum etwas über die Frau seines Herzens weiß beginnt für ihn eine richtige Schnitzeljagd. Lediglich Ihren Vornamen kennt er, doch weder mit einer Telefonnummer , noch einen Nachnamen kann er aufwarten . Und auch in dem Wohnhaus, vor dem er Sie nach dem gemeinsamen Abend absetze, scheint Niemand seine Herzensdame zu kennen. Was also hat es mit der Frau seiner Träume auf sich? Welches Geheimnis umgibt Sie? Und was hat das ganze mit den aktuellen Ereignissen in Alains Kino zu tun? 
Gemeinsam mit Alain begibt sich der Leser auf die Suche nach der sprichwörtlichen Nadel im Heuhaufen.
Durch die Einfachheit der Sprache und den lockeren Schreibstil, fällt einem der Einstieg in das Buch und das Lesen nicht schwer. Durch die bezaubernde & einzigartige Atmosphäre und die sympathischen Figuren bedarf es allerdings auch keiner komplexen Sprache um dieses Buch zu etwas Besonderen zu machen.
Ein tolles Buch über die Liebe, die Suche nach Ihr und eine der romantischsten Städte der Welt.
Besonders gut gefallen haben mir die Ausflüge in die „Geschichte des Films“, die dem Buch einen weiteren , ganz besonderen Touch verleihen. 
Mein Fazit: Ein toller Schmöker , für alle Frauen die wieder einmal dem Alltag entfliehen wollen , und für all jene die in Herzensangelegenheiten wieder einmal etwas Hoffnung bedürfen.

Die Frage nach dem Autor ist im Fall von Nicolas Barreau nicht ganz einfach und eindeutig zu beantworten. Inzwischen gibt es eine Vielzahl von Hinweisen darauf, dass es sich bei dem 
 Autor Nicolas Barreau nicht  um einen männlichen Autor, welcher 1980 in Paris geboren wurde und anschließend Geschichte und Romanistik an der Sorbonne studierte handelt , sondern  der Name  lediglich als Pseudonym für die 1959 in Düsseldorf geborene Daniela Thiele( eine deutsche Übersetzerin, Verlegerin und Rezensentin) fungiert. Als Übersetzerin wird eine Sophie Scherrer angegeben, , auch dies soll ein weiteres Pseudonym der tatsächlichen Autorin sein. Warum ein solches mögliches Versteckspiel getrieben wird kann mit Sicherheit nur der Verlag und der Autor/die Autorin beantworten. Nahe liegt allerdings die Vermutung, dass man sich von der Nutzung eines Pseudonyms höhere Verkaufszahlen (auf welche Weise auch immer), verspricht.Für mich persönlich zählt vor allem der Inhalt eines Buches, der Autor spielt eine untergeordnete Rolle. Ein gutes Buch ist ein gutes Buch – egal ob dieses von einem Mann oder einer Frau geschrieben wurde.
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2 Kommentare zu „Eines Abends in Paris – Nicolas Barreau

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