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Die späte Reue des Jack Wiseman – Ayelet Waldman

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Erscheinungsdatum: 24. August 2015
ISBN: 9783-3552057401
Autor :  Ayelet Waldman
Verlag: Paul Zsolnay Verlag
Format: Hardcover/ 22,90€
Seiten:480
Zielgruppe: Leser zeitgenössischer Literatur


KLAPPENTEXT

Am Sterbebett bittet der ehemalige GI Jack Wiseman seine Enkelin Natalie, ein Amulett, das er im Mai 1945 aus dem legendären „Goldzug“ mitgenommen hatte, den rechtmäßigen Erben zurückzugeben. Als US-Soldat im Zweiten Weltkrieg war er beauftragt worden, Dutzende in Salzburg sichergestellte Waggons – voller geraubten Eigentums ermordeter Juden aus Ungarn – zu bewachen. Und er hatte sich in Ilona verliebt, eine junge Überlebende des Nationalsozialismus, die im Hotel Europa gestrandet war. Mit detektivischem Scharfsinn verfolgt nun Natalie gemeinsam mit einem New Yorker Kunsthändler die Spur des Schmuckstücks. Dabei stößt sie auf eine außergewöhnliche Geschichte.

Paul Zsolnay Verlag)


MEINUNG

Ayelet Waldman hat mit „Die späte Reue des Jack Wiseman“ eine tiefschürfende und berührende Geschichte geschrieben, die vor allem durch den abwechslungsreichen Plot heraus sticht. Eine Geschichte, die in der Gegenwart beginnt, und den Leser mitnimmt auf eine emotionale Reise in die Vergangenheit. in 3 Kapiteln, die unterschiedlicher nicht sein könnten ,erfährt der Leser nicht nur mehr über die Herkunft des geraubten Amuletts, welches scheinbar den Mittelpunkt des Romanes bildet. Vielmehr lernt der Leser aus historischer Sicht die Hintergründe jüdischer Identität kennen. Auf knapp 500 Seiten ist der Autorin dabei ein facettenreicher Roman gelungen, der eine Vielzahl politischer und historischer Ereignisse beleuchtet: die Nachkriegszeit in Ungarn,die Restitution jüdischen Vermögens, das Frauenwahlrecht, sowie die Gründung Israels, um nur einige Beispiele zu nennen. Dabei verknüpft Ayelet Waldman gut recherchierte historische Begebenheiten geschickt und berührend mit dem letzten Wunsch des todkranken ehemaligen Soldaten Jack Wiseman und lädt den Leser dazu ein, sich mit der Geschichte der europäischen Juden auseinander zusetzen . Einige Figuren im Roman bleiben zwar schemenhaft , allerdings scheinen sie mir viel mehr als beispielhafte Charaktere zu dienen, die dem Großen Ganzen (in diesem Fall der Geschichte um Reue, Herkunft und jüdische Identität) untergeordnet werden. Im Vordergrund stehen nicht die einzelnen Personen und Ihre Gefühle, sondern die Frage nach der religiösen Identität, der Frage nach Schuld, aber auch der Fähigkeit sich selbst und anderen zu verzeihen. Dies ermöglicht dem Leser oftmals den Freiraum für eigene Spekulationen und Gedankengänge. So wird am Ende zwar aufgeklärt, wem das Amulett einst gehörte, nicht aber wie es seinen Weg in den Goldzug und auf ein bekanntes Gemälde fand. Der Roman verlangt seinem Leser einiges an Aufmerksamkeit und Konzentration ab. Man muss sich auf dieses Buch einlassen können und wollen. Aber es lohnt sich…

MEIN FAZIT

In sprachlicher und inhaltlicher Hinsicht konnte dieser Roman mich vollends überzeugen. Der Autorin ist es gelungen ein emotionales und gleichermaßen authentisches Buch über ein wichtiges Kapitel europäischer und jüdischer Geschichte zu schreiben. Ein Roman der tief bewegt und zum Nachdenken anregt.

WERTUNG

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