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Der Sommer der Schmetterlinge



Erscheinungsdatum:  19. August 2013

ISBN:  9783351035373
Autor : Adriana Lisboa
Verlag: Aufbau Verlag
Format: Hardcover/ 19,99€
Seiten: 284
Zielgruppe: Leserinnen ab 16

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Die Unmöglichkeit des Vergessens.
Die beiden Schwestern Clarice und Maria Ines wachsen in einem wohlsituierten Elternhaus auf einer Fazenda im brasilianischen Hinterland heran. Auf den ersten Blick verläuft Ihre Kindheit harmonisch und behütet, tatsächlich aber teilen die Mädchen dunkle Geheimnisse, die jeden Ihrer Schritte begleiten. Mit den Jahren verlieren sie sich aus den Augen. Erst nach dem Tod der Eltern treffen die Schwestern in einer schicksalhaften Nacht in Ihrem Heimatdorf wieder aufeinander und bringen all die unausgesprochenen Wahrheiten endlich ans Licht.
(© Aufbau )


„Wir haben es mit einer Autorin zu tun, der die Zukunft gehört. Ihr Schreiben verspricht Großes und hat bereits eine Menge davon erreicht.“ 
Jose Saramago


Endlich habe ich Zeit gefunden ein Buch zu lesen welches mir sehr am Herzen lag. Meine allerliebste Tia (Tante) hatte mir schon vor einiger Zeit den Roman “ Der Sommer der Schmetterlinge“ geschenkt. Nicht nur,dass die Autorin den Namen meiner Lieblingsstadt trägt, es spielt zu dem noch in Brasilien, und rief in mir sofort das wohlbekannte Gefühl der  Saudade  wach.

Mit Ihrem Roman hat die Autorin einen wunderbar poetischen Roman geschrieben,der es versteht mit leisen Tönen den Leser in seinen Bann zu ziehen . Noch lange nach der Lektüre verspürt man den Drang über das Gelesene nachzudenken.

Zunächst wird das Leben der beiden Schwestern geschildert: Beide entwickeln sich völlig unterschiedlich und unabhängig voneinander.In Ihren Jugendjahren wird Clarice, die ältere der beiden Schwestern, nach Rio zu ihrer Tante geschickt. Nach Ihrer Rückkehr wird sie Bildhauerin und stürzt in einen Sog aus Drogen und Verzweiflung. Schließlich schneidet sie sich die Pulsadern auf. Welches Geheimnis in Ihrer Vergangenheit für Ihren Lebensweg verantwortlich ist erfährt der Leser jedoch erst spät . Lediglich der Hauch einer dunklen Bedrohung und einer bösen Vorahnung liegt schwer über den Worten der Autorin, die es versteht in eindrucksvollen Bildern eine verheerende Familientragödie zu erzählen.
Die jüngere Schwester Maria Inès  geht ,nachdem Clarice auf die elterlichen Fazenda zurückkehrt, ebenfalls nach Rio um dort Ärztin zu werden, eine mittelmäßige zwar nur , aber immerhin eine Frau in einem angesehenen Beruf.

Nach vielen Jahren treffen beide Frauen auf der elterlichen Fazenda aufeinander und brechen Ihr langes und bitteres Schweigen.  Die Anspielungen der Autorin beginnen sich allmählich zu einem Bild zu formieren, und geben eine Erklärung für die Wut, die Trauer und die Verzweiflung die nahezu auf jeder Seite des Romans spürbar sind.

Bemerkenswert fand ich den Weg der Autorin sich leise und Ausdrucksstark zugleich an ein schwieriges Thema heranzutasten. Dabei zeigt sie nicht nur, dass wie so oft im Leben der Schein oftmals nur ein Trug ist, sondern auch wie Schmerzvoll Erinnerungen sein können, vor allem dann, wenn sie über einen langen Zeitraum verdrängt wurden und das Geschehene verschwiegen wird. Die Auswirkungen auf Körper und Seele manifestieren sich vor allem in Clarices` Figur, die daran schließlich zerbricht.
Eine traurige und tiefgründige Geschichte über das Vergessen, erzählt in einer poetischen Sprache, die man selten erlebt. Schade das von Adriana Lisboas Werken  bisher nur ein einziges ins deutsche übersetzt wurde. Doch dieses lohnt sich auf jeden Fall des Lesens.




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4 Kommentare zu „Der Sommer der Schmetterlinge

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